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11. Mai 2009, 16:50
Ivanoff im Kampf um WM-Krone dabei/ Arch gerät im Finale ins Straucheln
Nicolas Ivanoff heißt der Sieger von San Diego in der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft. Der Franzose setzte sich mit einer hervorragenden Vorstellung in den entscheidenden Finalläufen gegenüber der Konkurrenz durch. Ins Straucheln geriet dagegen der derzeitige Spitzenreiter und Titel-verteidiger Hannes Arch. Nach einer Kollision mit einem Pelikan, die ein etwa faustgroßes Loch im hinteren Bereich seiner Rennmaschine verursachte, fiel der Österreicher auf Rang drei zurück.
Brüttisellen, 11.5.09 (mk) Vor einer beeindruckenden Kulisse von über 55,000 Zuschauern, die die Rennen am strahlend blauen Himmel über der Bucht von San Diego hautnah miterlebten, belegte Paul Bonhomme aus Großbritannien mit 1.11 Sekunden Rückstand den zweiten Platz. Nach dem Sieg von Ivanoff ist nun Kampf um die WM-Krone weiterhin offen. Arch liegt mit seinen 23 Punkten nur knapp vor Ivanoff (21) und Bonhomme (20).
Matt Hall war verdammt gut
Erneut in Szene setzen konnte sich „Rookie“ Matt Hall. Der Australier zeigte wie schon in Abu Dhabi einen superben Lauf und belegte wie schon Mitte April erneut den fünften Platz. Die US-Piloten Mike Mangold (7. Platz), Kirby Chambliss (12.) und Michael Goulian (14.) landeten vor heimischer Kulisse „unter ferner liefen“.
Ivanoff schwärmt
„Das ist wirklich richtig klasse“, freute sich Ivanoff, als er mit in die Luft gestreckten Fäusten aus seiner Edge 540 stieg. Mit einer wahren Leistungssteigerung sowohl im Super-8- wie auch Final-4-Race, stellte er einmal mehr unter Beweis, dass mit ihm auf jeden Fall zu rechnen ist. Nebenbei verbesserte er im Final-4 noch einmal seine persönliche Bestzeit aus dem Super-8-Rennen und war mit einem Streckenrekord in 1.17:21 Minuten sogar noch einige Sekunden schneller als seine Konkurrenz.
„Ich bin richtig happy, die neue Maschine ist großartig. Vom Gefühl her war ich mir sicher, im Finale einen guten Lauf hingelegt zu haben. Aber man kann sich nie sicher sein – einer kann immer noch eine Schüppe zulegen...“ Für Ivanoff war es erst der zweite Sieg seiner Laufbahn. Zuletzt hatte er 2007 in Perth ganz oben auf dem Siegerpodest gestanden.
Hans Arch kämpfte mit den Tücken
Arch, der in Abu Dhabi die maximal mögliche Punktzahl (13) erreicht hatte und auch in San Diego bereits den einen Punkt aus dem Qualifying für sich verbuchen konnte, wäre eigentlich schnell genug für den obersten Platz auf dem Siegertreppchen gewesen. Nach dem ersten Durchlauf lag er noch vor Ivanoff. Doch die Kollision mit einem Pelikan wurde ihm schließlich zum Verhängnis. Ein faustgroßes Loch in der horizontalen Höhenflosse und mit einem gehörigen Schreck in den Gliedern, konnte Arch seine Maschine nicht mehr korrekt durch das 2nachfolgende Air Gate manövrieren. Die daraus resultierende Zwei-Sekunden-Strafe ließ ihn auf Rang drei hinter Ivanoff und Bonhomme zurückfallen.
„Schade, das war nämlich ein richtig guter Flug. Der Vogel hat mich echt aus der Facon gebracht“, ärgerte sich Arch, nachdem er das blutverschmierte Loch auf der rechten Seite des Hecks begutacht hatte. „Danach lief nichts mehr zusammen. Es war wirklich Glück im Unglück, dass ich überhaupt die Ziellinie erreicht habe.“
Bonhomme kann nicht mehr gewinnen
Bonhomme, 2007 und 2008 Sieger in San Diego, konnte sich nicht wirklich über seinen erneuten zweiten Platz hinter Hannes Arch – sowohl in Abu Dhabi 2009, als auch bei der Red Bull Air Race World Championship 2008 – freuen. Immerhin konnte sich der Brite mit dem Gedanken trösten, dass durch den Sieg von Nicolas Ivanoff der Kampf um die WM-Krone jetzt wieder offener ist. Mit einem Erfolg von Arch hätte der Abstand von Bonhomme bereits sechs oder sogar noch mehr Punkte betragen können. „Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass das heute nicht gut war. Aber ich bin trotzdem nicht glücklich mit meinem zweiten Platz“, erklärte der durch Rückenschmerzen gehandicapte Bonhomme. „Mir gehen diese zweiten Plätze wirklich langsam auf den Zwirn, ich kann damit nichts anfangen.“
Matthias Dolderer stolperte
Der Deutsche Matthias Dolderer schaffte unterdessen nach Platz elf in Abu Dhabi und trotz guter Trainings-Resultate sowie Rang sechs im ersten Qualifying den Einzug ins Finale nicht. Der Tannheimer belegte in San Diego am Ende Rang 13. „Ich bin zu konservativ und nicht meinem Stil entsprechend geflogen. Insgesamt bin ich aber mit meiner Leistung hier in San Diego zufrieden. Die guten Resultate aus dem Training und dem ersten Qualifying haben gezeigt, dass ich mit ein wenig mehr Konstanz unter die ersten Zehn fliegen kann."
Ingesamt erlebten mehr als 100.000 Zuschauer die beiden Renntage in der Bucht von San Diego. Das dritte der insgesamt sechs WM-Rennen findet am 13. und 14. Juni im kanadischen Windsor/Ontario statt.
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