Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:50:21 Uhr

05. Februar 2010, 11:06

Die USA - Das Boot des BMW Oracle Teams

Noch knapp drei Tage bis zum grossen Start an der Küste Valencias ins Spanien. Das BMW Oracle Team ist bekannt für den Zusammenhalt um unmögliches möglich zu machen. In Sache Mannschaft stehen die Amerikaner den Schweizern nicht viel nach. Mit Joe Newton haben die Amerikaner einen der Jüngsten aber mit einer ungeheuren Erfahrung für seine erst knapp dreissig Jahre. Bereits viermal hat der Australier am America's Cup teilgenommen. "Ich helfe Dirk de Ridder beim Trimmen des Flügels und erledige einen Haufen kleiner Jobs auf dem gesamten Boot. So helfe ich auch Ross Halcrow beim Vorsegeltrimmen und bediene am Wind den Runner." meint Newton. Titelbild - Guilain GRENIER

5.2.2010 Brüttisellen (mk) "Erstmals mit der prächtigen Yacht zu segeln, war schon was besonderes. Das Tragflächensegel ist etwas ganz Anderes, so etwas haben wir noch nie zuvor gesehen", sagt Joe. "Wir haben in Kanada viel Zeit auf C-Klasse-Kats verbracht und uns an das Konzept gewöhnt. Aber bis wir den riesigen Flügel erstmals auf dem Boot erlebt haben, hatten wir wirklich keine Vorstellung davon, wie es sein würde. Der Flügel ist ein faszinierendes Stück Ingenieurskunst. Es ist leicht, damit zu segeln. Wenn das Tragflächensegel auf dem Trimaran ist, ist es viel leichter zu handhaben als ein konventionelles Segel. Und es hat mehr Leistung."

Daten & Fakten - "USA".

Rumpf
Bootstyp: Trimaran aus Karbonverbundwerkstoffen
Konstruktionsstätte: Core Builders, Anacortes, Bundesstaat Washington, USA
Konstruktionsdauer: 150.000 Arbeitsstunden
Länge über alles: 30 Meter (100 Fuß)
Länge Wasserlinie: 27 Meter (90 Fuß)
Breite: 27 Meter (90 Fuß)

Tragflächen-Segel

Höhe: 68 Meter

Größenvergleich: Ein Flügel einer Boeing 747 ist 31 Meter lang, der eines Airbus 380 43,5 Meter
Flügeltiefe: 3 bis 14 Meter
Breite: 0,5 bis 2 Meter
Oberfläche: 650 m²
Gewicht: ca. 3.500 Kilogramm

Mast
Höhe: bis zu 55 Meter
Konstruktionsstätten: Hall Spars, Bristol, Bundesstaat Rhode Island, USA und Core Builders, Anacortes, Bundesstaat Washington, USA

Design, Forschung und Entwicklung
BMW ORACLE Racing Design Team
Mike Drummond (Direktor) sowie 30 Designer und Ingenieure
Leitende Schiffsbauarchitekten: VPLP (Van Peteghem und Lauriot Prévost)

Segel
Großsegel: 630 m²
Vorsegel: 620 m²
Gennaker: 780 m²

Fakten zum Flügel

Das Tragflächensegel besteht aus zwei maßgeblichen Komponenten: dem Hauptelement und dem Klappelement. Das Hauptelement ist ein zusammenhängendes Stück, das um die Mastspur beweglich ist. Neun einzelne, bewegliche Klappen finden sich am hinteren Ende des Hauptelements. Ein schmaler Spalt trennt die beiden Elemente, die von Gelenken zusammengehalten werden.

Der Flügel besteht zum größten Teil aus Karbonfaser und Kevlar. Er ist mit einer in der Luftfahrt gebräuchlichen Haut überzogen, die sich zusammenziehen kann.

Laut Joseph Ozanne, einem der Luftfahrtspezialisten im Designteam von BMW ORACLE Racing, liegt einer der größten Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Segel darin, dass der Flügel deutlich besser zu trimmen ist.

Ein herkömmliches Segel dieser Größenordnung weist in Kopf, Hals und Schothorn lediglich drei Punkte auf, an denen die Form beeinflusst werden kann. Entsprechend schwierig ist es, ein solches Segel optimal zu trimmen. "Man braucht viel Zugkraft, um das Segel zu trimmen“, bestätigt Ozanne. „Bei einem Flügel kann man die gewünschte Form viel einfacher erreichen."

Die wichtigsten Trim-Parameter sind die Stellung des Hauptelements (vergleichbar mit dem Masttrim bei einem konventionellen Segel), die Flügelwölbung (Stellung aller Klappelemente relativ zum Hauptelement) sowie die individuelle Stellung jedes einzelnen Klappelements.

"Auf dem Papier ist der Flügel einem herkömmlichen Segel deutlich überlegen", sagt Ozanne. "Allerdings ist die Größenordnung derart anders als alles, was zuvor gebaut worden ist, dass naturgemäß einige Unsicherheiten blieben. Wir sind jedoch mehr und mehr davon überzeugt, dass der Flügel eine wirksame Technologie für uns ist."

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Foto Guilain GRENIER

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Joe Newton Australia - Photographer: Gilles Martin-Raget